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HIV-Test für MSM

Behandlungsmöglichkeiten

Bisher kann man die HIV-Erkrankung nicht heilen. Aber es gibt mittlerweile über 20 Medikamente gegen die Vermehrung von HIV, und neue befinden sich ständig in der Entwicklung und Erprobung. In der so genannten antiretroviralen Therapie (ART) werden verschiedene Mittel in Kombination miteinander eingesetzt, um die Wirkung der Behandlung zu erhöhen.

 

Die Medikamente gegen HIV verringern deutlich die Zahl der neu produzierten Viren. Die Folge ist, dass nicht mehr so viele neue Zellen infiziert werden und die Zerstörung des Immunsystems aufgehalten wird. Wirkt die Therapie und wird sie lange genug durchgeführt, kann sich das Immunsystem wieder erholen.

Antiretrovirale Medikamente kombiniert: die Kombinationstherapie

Bei einer Kombinationstherapie werden verschiedene (nach heutigem Standard mindestens drei) Medikamente gegen HIV (= antiretrovirale Medikamente) zusammen eingenommen. Diese Therapieform, auch hochaktive antiretrovirale Therapie - kurz "HAART" - genannt, wirkt deutlich besser und wesentlich länger als eine Behandlung mit nur einem einzigen Medikament (Monotherapie) oder mit zwei Medikamenten (Zweifachkombinationstherapie; derzeit werden allerdings Kombinationen mit zwei PI bei vorbehandelten Patienten untersucht; obwohl es sich dabei eigentlich um Zweifachkombinationstherapien handelt, scheinen sie nach bisheriger Datenlage sehr gut wirksam zu sein). Unter Umständen treten dabei allerdings auch mehr Nebenwirkungen auf. Werden dagegen nur eine oder zwei Substanzen eingesetzt, ist die Gefahr sehr hoch, dass HIV resistent wird und die Therapie nicht mehr wirkt.

Im Einzelfall mag es gute Gründe geben, vom derzeitigen Therapiestandard abzuweichen; was dafür spricht, sollte der Arzt/die Ärztin allerdings auch mit dem Patienten oder der Patientin diskutieren.

Was ist der Nutzen einer "Kombitherapie"?

Eine erfolgreiche Kombinationstherapie wirkt sich günstig auf Gesundheit und Lebenserwartung aus. So ist in Deutschland bei Menschen mit HIV und Aids z. B. die Sterblichkeitsrate sehr stark gesunken. Wir wissen aber nicht genau, wie lange die günstigen Wirkungen der Therapie anhalten, welche langfristigen Folgen die Dauertherapie haben wird und wie schwerwiegend sie sein werden.

Bei den meisten HIV-Positiven ist die Behandlung erfolgreich, bei manchen bereits seit fast zehn Jahren. Es gibt aber auch Menschen, die nicht in gleichem Maße oder überhaupt nicht von der Therapie profitieren können. Was für andere Medikamente gilt, gilt nämlich auch für die gegen HIV gerichteten: Sie wirken nicht bei allen Menschen und außerdem bei jedem Menschen anders. In der Regel aber stellen sich folgende positive Wirkungen ein:

Die HIV-Erkrankung schreitet nicht weiter fort


Bei Menschen, die noch keine HIV-bedingten Symptome haben, kann eine Kombitherapie das Fortschreiten der Krankheit verhindern. Sind bereits Symptome aufgetreten, verbessern sie sich unter der Therapie wesentlich oder verschwinden vollständig. Hinzu kommt, dass das Risiko, weitere HIV-bedingte Symptome und Krankheiten (wie opportunistische Infektionen) zu bekommen, drastisch sinkt.

Die Viruslast sinkt


In den ersten 14 Tagen nach Beginn einer Kombinationstherapie fällt die Viruslast sehr stark, und zwar um mehrere zehn- oder hunderttausend Viruskopien/ml. Danach sinkt sie ständig weiter, aber nicht mehr so schnell. Im Durchschnitt dauert es drei Monate, bei sehr hoher Viruslast vor Therapiebeginn auch mal sechs Monate, bis die Viruslast unter die Nachweisgrenze sinkt.

Wichtig ist, dass man die Viruslast regelmäßig kontrollieren lässt, im ersten Vierteljahr nach Therapiebeginn am besten einmal pro Monat. Schlägt die Therapie an, kann der Abstand auf einmal im Vierteljahr verlängert werden.

Die Viruslast steigt mitunter kurzzeitig wieder an. Dies kommt hauptsächlich im ersten Therapiejahr vor; weshalb, ist noch nicht bekannt. Der Grund kann aber auch eine Infektion, z. B. eine Erkältung sein. Steigt die Viruslast stark oder stetig an, obwohl man die Medikamente nach Vorschrift einnimmt, kann dies ein Hinweis darauf sein, dass HIV resistent wird.

Die Zahl der Helferzellen (CD4-Zellzahl) steigt


In den ersten Monaten nach Beginn einer Kombinationstherapie steigt die absolute Zahl der Helferzellen stark an, danach weitaus langsamer (das gilt auch für die relative Helferzellzahl). Die CD4-Werte bleiben dann auf einem relativ hohen Niveau stabil. Fallen sie während der Therapie jedoch wieder ab, kann das darauf hinweisen, dass die Wirkung der Medikamente nachlässt. Auch hier sollte man bedenken: Infektionen können die CD4-Werte kurzzeitig drastisch verändern, die relativen Werte unterliegen bei weitem nicht so starken Schwankungen.

Man fühlt sich besser

Die meisten Menschen stellen fest, dass sie einige Wochen nach Beginn einer Kombitherapie viel mehr Energie haben und sich deutlich besser fühlen als vorher. Manche haben auch wieder mehr Spaß am Sex, und einige Männer berichten, dass es ihnen jetzt leichter fällt, eine Erektion zu halten.

Quelle: Auszug aus "hiv-infektion und therapie 2011", info+für Praktiker/innen aus Prävention und Beratung sowie interessierte Laien. (8., überarbeitete Auflage). Berlin: Deutsche AIDS-Hilfe e.V., 2011
Mit freundlicher Genehmigung übernommen von der Deutschen AIDS-Hilfe

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